Cut-Up

Cut-Up Theorie

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Das Cut-Up ist im Prinzip eine Übertragung der Montagetechnik, die in der Malerei des synthetischen Kubismus bei Pablo Picasso, Max Ernst, Kurt Schwitters oder auch vom späten Paul Klee entwickelt wurde, auf den Prozeß des Schreibens.

Beim Ur-Cut-Up, das William S. Burroughs und Brion Gysin im Oktober 1959 entwickelt haben, werden Texte wortwörtlich zerschnitten und auf eine andere Weise wieder zusammengefügt.

Literarische Rückblenden und gleichzeitige Handlungsabläufe werden so spielerisch geschaffen. Burroughs hat in seine Textfragemente und Manuskripte auf diese Art immer wieder ge-remixt und recycled.

Burroughs wollte so dem Gefängnis der Worte entkommen. Aber Literatur kann sich nie auf eine unabhängig von der Sprache beschreibbare Welt oder Realität beziehen.

Statt von Realität spricht Burroughs daher konsequenterweise lieber vom REALITY STUDIO, in dem der Film der Wirklichkeit in endlosen Schleifen heruntergespult wird. Die Möglichkeit des Schriftstellers besteht darin, in dieses REALITY STUDIO einzudringen, am Drehbuch herumzuschnipseln oder dem Film einen neuen Schnitt zu verpassen.

Die "elektronische Revolution" hat seit Burroughs natürlich nicht Halt gemacht, vielmehr hat die Cut-Up-Technik durch den Computer eine maschinelle Komponente erhalten.

Cut-Ups haben natürlich Entsprechungen in der Film- und Tonsampletechnik, sowie auf Musikrichtungen wie z.B. Rap, HipHop und Drum n' Bass.

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