Der Geniebegriff in der Renaissance

Erst in der Renaissance1 begann man, mit dem Wort Genie (lat. ingenium - Begabung, Anlage) künstlerische Schaffenskraft oder die Quelle der Inspiration zu beschreiben:

Das „Genie“ stand nun für den aus sich selbst heraus schaffenden Künstler, der die Natur nicht nur nachahmt, sondern der vollendet, was die Natur selbst noch nicht vollenden konnte.

Das Genie schafft mögliche Welten, ist - im Sinne des Aristoteles -

causa formalis (Formursache - das, was angibt, worin das Sein einer Sache besteht),
causa efficiens (Bewegungsursache - das, woher der erste Anlass von Bewegung und Ruhe kommt) und vor allem
causa finalises (Finalursache - das Ziel, um dessentwillen etwas geschieht) in Einem.

Das Genie wird zum Schöpfer und damit quasi zum Gott.

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